Am Anfang der Geschichte stand ich mit der Idee mir ein eigenes Pferd zu kaufen. Ich habe schon länger das Mix-Pferd Skye geritten doch nun nach abgeschlossenem Studium und gutem Job dachte ich mir "Jetzt oder nie". Schon als Kind waren Friesen meine absoluten Lieblingspferde und wenn ich mir schon diesen Kindheitstraum erfülle dann doch bitte richtig! Ich sah mir einige Verkaufspferde an und machte Proberitte. Einen Friesenwallach hätte ich mir fast gekauft doch dann hat die AKU einen Strich durch die Rechnung gemacht. So suchte ich und suchte und irgendwann habe ich mir dann Tilly angeschaut.
Ich fuhr nach Dortmund zu einem Reitverein. Die Besitzerin war noch nicht da. So ging ich durch die Gänge und hielt Ausschau nach einer Friesenstute. Durch die Gitterstäbe blinken nur die Augen in meine Richtung und schon war es um mich geschehen. Noch bevor ich sie richtig in Augenschein genommen habe, wusste ich, dass das mein Pferd ist ohne allerdings zu wissen welche Probleme dies noch mit sich bringen würde.
Die Geschichte von Tilly (eigentlich Eefje S.) war eine tragische. Sie war erst 4 und hatte schon 5 Besitzer! Zuerst wurde sie in Holland gezüchtet, dann nach Deutschland an eine Frau verkauft. Diese Frau ließ ein Mädchen an das Pferd, wobei sie wohl mit Tilly ausgeritten ist. Dann haben die Eltern dem Mädchen das Pferd gekauft. Nachdem das Mädchen wegen der Verhaltensauffälligkeiten nicht mehr mit Tilly klar kam wurde es an die Frau verkauft (ich nenne sie hier Lena), die ich an dem Stall antraf. Diese wollte Tilly als Therapiepferd einsetzen. Dazu kam es dann wohl nicht mehr wirklich, denn ihre Tochter wollte lieber ein Sportpferd. Letztendlich wurde Tilly dann bei eine ihrer Freundinnen in Zahlung gegeben und ich kaufte sie von ihrer Freundin.
Als ich Tilly kennenlerne (Dezember 2013) stand sie recht unruhig auf der Stallgasse, scharrte und kümmerte sich nicht wirklich drum wo der Mensch stand. Nun gut die Arme bekam auch nur eine Stunde im Longierzierkel "Ausgang". Einen Paddock hatte sie nicht nur die dunkle Box, in der der einzige Lichtblick das Füttern war. Dann longierte Tilly mit Lena. Im Longierzierkel benahm sie sich ganz gut. Eine andere Wahl hatte sie ja auch nicht. Das einzige Problem bestand darin, dass sie sich ab und an versuchte umzudrehen. Ein paar Tage später kam dann die offizielle Besitzerin mit einem Sattel, denn die vorherige Reitbeteiligung hatte ihn angeblich mitgenommen, da sie sauer war, dass Tilly verkauft werden sollte. Zuerst longierten wir dann setzte sich die Tochter der offiziellen Besitzerin drauf dann ich. Das Gefühl im Schritt und Trab war super sicher wenn auch etwas triebit. Da ich mich ja schon vorher dazu entschlossen hatte sie haben zu wollen war klar. Nach der AKU kommt sie in ein richtiges zuhause.
Bei der AKU benahm sie sich fast ganz gut. Der Longierzirkel war besetzt und wir mussten auf den Reitplatz wechseln, was schlichtweg unmöglich war. Sie bockte, stieg und wehrte sich so, dass wir die Dame aus dem Longierzierkel um eine Pause bitten mussten. Eigentlich hätte mir mittlerweile schon so einiges klar sein müssen aber wenn man verliebt ist übersieht man ja gern einiges ;-).
Nachdem sie die AKU bestanden hatte bat mich Lena immer wenn es möglich war zu kommen um sie zu longieren, da sie selbst (plötzlich) keine Zeit mehr hatte. Dies widerstrebte mir schon sehr, da ich stundenlanges Longieren gar nicht mag. Noch mehr widerstrebte mir aber, dass Tilly einige Tage nur noch ihre dunkle Box sehen würde. Also nahm ich die 3/4 Stunde fahrt auf mich und beschäftigte mich mit ihr.
Nach ein paar Tagen war es dann endlich so weit und Tilly konnte endlich einen schöneren Teil der Welt sehen.
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